Dienstag, 28. August 2012

Newsletter August



Liebe Freunde,
jetzt ist der Sommer in Lettland überstanden, und ich würde euch gern teilhaben lassen an meinen Erlebnissen und Plänen. Vielen Dank, dass ihr mit mir gegangen seid, und mich unterstützt und für mich gebetet habt!

SO SAHEN UNSERE PLÄNE FÜR DEN SOMMER AUS
Mit den Leitern von Gančauskas haben wir überlegt, wie wir mehr mit den jungen Sommerhelfern geistlich und persönlich arbeiten möchten, und wie es praktisch aussehen kann. Wir wollten gemeinsame Andachten, Unternehmungen, Gespräche. Dadurch sollten sie nicht nur auf dem Gelände und bei den Freizeiten mitarbeiten, sondern auch geistlich gefördert werden.
Während der ersten beiden Wochen habe ich mich in der Mitarbeiterküche engagiert, während auf dem Gelände die Bauarbeiten an den neuen Toiletten und Bädern im Gästehaus sowie die letzten Vorbereitungen für den Sommer erledigt wurden. Gerade zum Beginn der ersten Freizeit war Gott sei Dank auch der letzte Nagel in der Wand.

DER MENSCH DENKT; UND GOTT LENKT
Von vielen Freizeiten hört man, dass die größte Schwierigkeit ist, den Koch zu finden. Uns ging es nicht anders. Glücklicherweise wurden wir die ersten beiden Wochen von einer Köchin unterstützt, die zu diesem Zweck aus Deutschland gekommen war. Wie sich herausstellte, wohnen sie und ich sogar nicht weit von einander J Ich habe ihr in der Küche geholfen, und sie hat mir einiges beigebracht von Kochen für große Mengen. Vielen Dank ihr an dieser Stelle dafür! Als sie nach Hause fuhr, hatten wir immer noch keinen Koch, und deshalb kochte ich. Nicht immer gelang alles wie es sollte.

Es gab, zum Beispiel, 10 kg Reis zu kochen, nicht in Beuteln, die man einfach aus dem Wasser fischt. Also lernte man den Reis in der richtigen Proportion zum Wasser zu kochen, und rechtzeitig vom Herd zu nehmen. Auch Brei gab es bei uns zuhause nicht täglich, ich hatte bis dahin nie Brei gekocht. Hier lernte ich das. Vielen Dank auch an die Leiter von Gančauskas, die mir die vielen missglückten Versuche verziehen, und mir so viel beibrachten. Zu dem Küchenteam gehörten immer mehrere Jugendliche, die hier als Sommerhelfer ihre Ferien verbringen, selbst teilweise schon als Kinder bei Freizeiten dabei gewesen, und Freiwillige aus Deutschland, die unser Team bereicherten.


Kasha (Brei) kochen, ohne dass es anbrennt, das musste ich erst lernen. Hier gehört es zu einem ordentlichen Frühstück dazu, das bedeutete morgen um 6 raus aus den Federn J

Ein Teil des meist internationalen Spülteams bei der Arbeit. Alle Teams wechselten wöchentlich, so hat jeder die beliebten und die nicht so beliebten Arbeiten machen müssen. Allerdings  bedeutete es auch, sich jedes Mal als Team neu zu finden.

Bei den Freizeiten mussten täglich vier Mahlzeiten für 70-180 Menschen zubereitet werden. Wenn es viele Esser waren, dann bedeutete es oft, dass man von 6 Uhr morgens bis Mitternacht in der Küche war, ein knochenharter Job, nicht nur für mich, auch für meine Helfer. Und trotzdem fühlte ich mich als Versager, denn ich konnte die vielen Pläne nicht umsetzen, die wir uns gemacht haben.

Gott sei Dank, konnte mir der Leiter von Gančauskas die Augen öffnen bei einem Gespräch, dass sich in der Küche, zwischen Tür und Angel, bei der Arbeit, viel bessere Gesprächsmöglichkeiten ergaben, als wenn man noch krampfhaft versucht hätte, die Mitarbeiter nach getaner Arbeit zu versammeln.

Nun sind die Freizeiten vorbei, und es ist wieder Ruhe eingekehrt. Alle Helfer sind weggefahren, das verbliebene Team bereitet das Gelände bereits für den Herbst und Winter vor. Ich durfte hier bleiben, um ein wenig mitzuhelfen, und um in Ruhe meine Studienaufgaben zu machen, die seit der Präsenzphase auf mich warten. Ich danke Gott für die vergangenen Wochen, dass ich wieder sehr viel über Ihn und über mich und andere Menschen lernen durfte, und für seine Kraft für die Arbeit. Oft war es sehr schwer, und ich verlor die Geduld und die Nerven, und auch für diese Erfahrung bin ich dankbar. So Gott will, komme ich im Oktober nach Hause, für Reisedienst, für das Wiedersehen mit der Familie, für weitere Praktika und Lernphasen.

Euch danke ich für die treue Unterstützung, finanziell, im Gebet, durch SMS und Emails. Durch die viele Arbeit konnte ich nicht oft von mir hören lassen, doch wart ihr treu! Möge Gott euch alle segnen in allen Lebensbereichen!


Eure
Natalie