Liebe Freunde,
nach
langer Zeit im Exil melde ich mich zurück mit meinem Bericht, und danke Euch
für eure Unterstützung, Gebete und Ermutigung im letzten halben Jahr.
DER LANGE WINTER IN ESTLAND
Wie
die meisten von euch wissen, war ich die letzten Monate im kalten Estland in
meinem ersten MissionAcademy-Praktikum. Es war eine gesegnete Zeit, in der ich
Gott und mich auf eine neue Weise kennen lernte. Zwischen den Herausforderungen
einer bekannten, und doch in den letzten 20 Jahren veränderten Kultur,
verschiedenen menschlichen und finanziellen und technischen Herausforderungen
lernte ich, Gott in den kleinen und großen Dingen des Alltags immer bei mir zu
wissen, und ihm zu vertrauen.
Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern
allein auf Jesus. Er hat uns den Glauben geschenkt und wird
ihn bewahren, bis wir am Ziel sind. Hebr 12,2 (HfA)
Mein
Praktikum war in einer kleinen Gemeinde, bestehend hauptsächlich aus jungen
Leuten. Valga ist eine estnische Stadt an der Grenze zu Lettland, und dort gibt
es viele Gemeinden verschiedener Denominationen. Auch spalten sich die Gemeinden
nach der Sprache, die russischsprechende Minderheit trifft sich getrennt von
den Esten. Die Wirtschaftslage der Stadt ist nach dem Zusammenbruch der
Sowjetunion erheblich stagniert, Arbeitsplätze sind verlorengegangen, ganze
Werke wurden geschlossen. Die Menschen sind entweder in andere große Städte
oder ins Ausland abgewandert – oder schlagen sich irgendwie durch. Dies ist
auch der Hintergrund der meisten Gemeindemitglieder in der Gemeinde „Hoffnung“,
in der ich ein halbes Jahr mein Zuhause hatte. Die Jugendlichen sind durch
Sonntagsschule in die Gemeinde gekommen, haben ihr Leben irgendwann Jesus
gegeben, und sind jetzt aktive Gemeindemitglieder.
Am
Anfang habe ich mit einem aus Amerika stammenden Missionar die Jugendarbeit
übernommen, sowie den Jugendlichen aus der Gemeinde und ihren
Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden Englisch- und Deutschnachhilfe und
–unterricht gegeben. Dies wurde sehr dankbar angenommen. Viele sind anschließend
auf unsere Jugendstunden und andere Gemeindeveranstaltungen mitgekommen.
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Sprachunterricht in den Gemeinderäumen – eine
Herausforderung im Winter, praktisch ohne Heizung
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Ich war die Lehrerin in dem Theaterstück, die einem
säumigen Schüler eine zweite Chance aufs Examen gab
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Unser
nächstes Projekt war es, im Kinderheim in Valga zwischen Weihnachten und
Neujahr mehrere Tage eine Art Kinderfreizeit zu machen, für die Kinder. Viele
von ihnen sind körperlich, geistig oder mental unterentwickelt, und es war eine
Herausforderung, mit ihnen zu arbeiten, für mich vor allem wegen der Sprache.
Sie sprechen alle nur Estnisch. Doch Gott hat diese Zeit wunderbar gesegnet,
weil wir hierfür auch Mitschüler und Leute aus anderen Gemeinden begeistern
konnten. Daraus entstand die Idee, gemeindeübergreifend im Süden Estlands
Kinderheime zu besuchen, um den Kindern Nächstenliebe und die Frohe Botschaft
zu bringen.
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