Sonntag, 2. Oktober 2011

Rückblick auf die erste Woche

Es ist mitten in der Nacht, und ich sitze hier an meinem Blog, will Euch einen kleinen Einblick in die letzte Woche geben.

Sie ist auf der einen Seite so schnell vorbeigezogen, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl dass ich schon ewig hier bin. Die Stadt kenne ich jetzt ein wenig, kann mich orientieren. Das Wetter war einige Tage sehr schön, bis zu 20° C tagsüber, herrlich!!!

Der Pastor ist wieder da mit seiner Frau, vor etwa 2 Stunden heimgekommen. Die Kinder haben sich gefreut, wir haben noch alle zusammen Tee getrunken. Morgen ziehe ich wieder in mein Zimmer im Missionshaus.

Die letzte Woche war super, die Kinder waren klasse, es hat alles funktioniert. Heute haben wir leider zu lang geschlafen, und es versäumt, die Katze gegen Tollwut impfen zu lassen. Dafür war Karina hier, wir haben uns ein wenig über unsere Bekehrungs- und Taufgeschichten ausgetauscht. Sie ist soo nett, so herzlich! Auch habe ich Diana kennengelernt, sie ist seit den Gründerzeiten der Gemeinde dabei, sowas wie die große Mutter der Gemeinde. Gestern waren wir in der Gebetsstunde. Es gibt eine kurze Andacht, danach werden Gebetsanliegen gesammelt, und auf Gebetskarten geschrieben. Diese werden verteilt, und man trifft sich zu zweit oder zu dritt in verschiedenen Ecken des Raumes, um für die Anliegen auf den Karten zu beten. Anschließend beten wir alle gemeinsam das Vaterunser. Ich finde diese Tradition sehr schön, es ist gemeinsam und persönlich zugleich. Ansonsten habe ich noch nicht viele Gemeindeveranstaltungen gesehen. Die meisten habe ich verpasst, weil es mit den Zeitplänen der Kinder kollidiert hat. Hoffe, dass ich in Zukunft regelmäßig teilnehmen kann an allen Veranstaltungen.

Nächste Woche wollen wir mit einigen Mädels anfangen, unsere Frauenarbeit zu planen. Wir wollen eine Art Aufbauarbeit leisten, um auf der einen Seite den Frauen und Mädchen klarzumachen, was sie in Gott sind, und was sie an Rechten und Verpflichtungen haben. Auf der anderen Seite wollen wir mehr Leute für die Gemeinde gewinnen. Und nicht zuletzt soll es weitergeführt werden, nicht aufhören nach wenigen Monaten.

Der amerikanische Missionar, der hier für ein Jahr ist, hat eine ähnliche Arbeit mit Jungs gestartet. So können wir gemeinsam der Gemeinde helfen. Eine andere Möglichkeit ist, praktisch im Alltag zu helfen. Manchmal werden Leute krank, man kann für sie beten, ihnen im Haushalt helfen, Holz hacken, oder Einkäufe besorgen, vielleicht kann ich auch einiges medizinisch helfen. Habe inzwischen sogar einige Kontakte zu den Eltern der Jugendlichen und die ersten Einladungen. Freue mich sehr, dass der Herr Türen und Herzen öffnet. Ich bin sicher, dass er an diesen Menschen arbeitet und sie vorbereitet. Er gibt niemanden auf, und wir dürfen es auch nicht. Ein Mädchen aus der Gemeinde hatte uns letzten Sonntag abends zum Tee eingeladen, und auch einen Klassenkameraden von ihr. Er ist ein sehr kluger Junge, leider etwas vereinsamt, weil er schlecht hört und wenig Unsinn macht. Wir haben uns gut über seine Zukunftspläne unterhalten können, ich konnte ihm auch sagen, was meine Beweggründe sind, nach Valga zu kommen. Wir haben uns richtig gut unterhalten. Leider haben wir hinterher erfahren, dass er schockiert war, in "so eine" Gemeinschaft geraten zu sein, denn er ist traditionell orthodox erzogen. Leider hat es ihn ein wenig abgeschreckt, er hatte nicht damit gerechnet. Ich bin sicher, dass dieser Schock nicht von Gleichgültigkeit kommt, und dass der Herr an ihm arbeitet. Der Junge denkt viel nach, analysiert und hinterfragt. Darum bin ich mir sicher, dass die Geschichte noch nicht ausgestanden ist. Wir beten für ihn, dass Gott ihm die Augen öffnen möge.

So, nun ist es Zeit schlafen zu gehen. Morgen haben wir Gottesdienst, und danach ein Meeting. Auch müssen wir mit der Jugend abklären, wer zu unserem gemeinsamen Event mit einer befreundeten Jugendgruppe aus Lettland mitkommen kann und möchte. Nächstes Wochenende soll es schon stattfinden und es ist noch einiges zu planen. Ich freu mich schon so, die Leute aus Lettland wiederzutreffen, die ich im Sommer kennenlernte.

Bitte denkt an uns in euren Gebeten!

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