Dienstag, 22. März 2011

Haiti Memories

Wer mit uns in Haiti war, erinnert sich bestimmt noch an Rice'n Beans'n Chicken. Unser täglich Brot, 2 Monate lang. Ein Festessen für Haitianer, die froh sind über eine schichte Schüssel Reis. Hähnchen kann man sich eigentlich nur leisten, wenn man ein typisches haitianisches Hun schlachtet, das in der Regel aufm Markt bei segnender Hitze mit seinen Kameraden an den Füßen zusammengebunden tagelang warten muss, bis jemand es kauft.

http://d2.stern.de/bilder/stern_5/politik/2009/41/haiti/haiti_5_noscale.jpg (Quelle: stern.de) Hier in solchen Gestellen, oft einfach nur mit Wäscheleine zusammengebunden, liegen die Vögel dort an den Straßenrändern und auf Märkten in der Sonne, mager bis auf die Knochen, verdurstend, aber in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen.

Wir hatten das Glück, unser Hühnerfleisch in einem Supermarkt zu kaufen, zu 10kg-Boxen zusammengefroren, alles bestehend aus Hühnerschenkeln, die die Größe eines Unterarms hatten und teilweise fingerdick mit Fett überzogen waren. Das musste natürlich vorher weg, wie die Haut auch, was eine ziemlich unappetitliche Arbeit war.

Fleisch wird in Haiti grundsätzlich mit Essig und Limonensaft behandelt (wenn man es sich leisten kann), um seine Verträglichkeit zu steigern. Auch diese amerikanischen Hühner (ich habe sie für mich immer Tschernobyl-Hühner genannt) wurden vor der Zubereitung gründlich mit Essig und Limonensaft ausgewaschen.

Am Wochenende hatten wir irgendwie das Thema Ernährung auf Haiti auf dem Schirm zuhause, und meine Mutter bat mich kurzerhand, mal so ein Essen zuzubereiten. In Erwartung eines anschließenden Heulanfalls meinerseits nahm ich es trotzdem in Angriff.

Um das Rezept für meine imaginären Enkel zu bewahren, habe ich es auch in Chefkoch reingesetzt (http://www.chefkoch.de/rezepte/1855071300716433/Rice-n-beans-n-chicken.html)

Nachdem ich eine Portion zum Abendessen vorbereitet habe, bereitete ich gleich eine zweite vor, weil es allen so gut geschmeckt hat. Und ich habe nicht geheult, auch wenn die Erinnerungen sehr plastisch waren.

Hier noch ein Bild, wie das Hähnchen in der Pfanne aussah:

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