Donnerstag, 13. Januar 2011

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht

Diesen Satz hat einmal Franz Kafka gesagt, und dort möchte ich auch anknüpfen. Am Anfang eines jeden Weges steht die Entscheidung, ihn zu gehen, das Ziel zu erreichen. Oft sehen die Wege nur so aus, als führten sie zum Ziel, und man muss umkehren, und sich überlegen, war es der Weg, was du wollstest, oder das Ziel?


In genau dieser Position befinde ich mich jetzt.


Die Arbeit in Hait am Waisenheim geht gut voran, inzwischen sind es 8 Kinder, die dort ein neues Zuhause gefunden haben. Doch sieht es derzeit so aus, als ob Gott für mich ein anderes Ziel ausgewählt hat. Also, zurück an den Anfang. Mein Weg in die Mission fing mit dem Ziel an, in Haiti Meschen zu helfen, humanitär und geistlich. Allein die Erwähnung des Begriffs Haiti läßt mein Puls höher schlagen, die Bilder der Menschen und des Elends lassen mein Herz bluten. Und immer wieder muss ich mich zusammenreissen und flüstern: doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!


Gott hat die Türen, die anfangs offen erschienen, zugehen lassen. Ich bin noch in Deutschland, und von einer Aussendung wahrscheinlich weiter weg, als im ganzen letzten Jahr. Ich weiß auch nicht, ob ich jemals nach Haiti gehen werde. Ich weiß nicht, welchen Weg Gott für mich bereithält. Ich weiß nur, ich muss Ihm vertrauen, und mich von Ihm leiten lassen, so wie Er es will. Als ich mein Leben Gott gab, bat ich Ihn, mich zu verändern und zu gebrauchen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass der Prozess des Schleifens, den Er mit mir gehen wird, so schwer und oftmals schmerzhaft sein würde. Doch bitte ich Ihn darum jeden Tag neu. Oft sehe ich vor lauter Nebel nichts mehr, gar nichts. Ich weiß nicht, warum ich erst alle diese Dinge durchgehen musste, um jetzt da zu sein, wo ich bin. Ich weiß nur eins, wenn ich Ihm nicht folge, gehe ich ohne Ihn.  Und mein Vater im Himmel kennt meine Sehnsucht, Er kennt mein Herz, Er kennt meine Gedanken. Er weiß viel besser als ich, wann und wo ich Ihm am besten dienen kann. Nur Er hat den Überblick, ich habe keinen. Er weiß viel besser, was ich für den Dienst, den Er für mich auserwählt hat, an Fähigkeiten habe und welche ich noch lernen muss. Ich weiß nur eins, wenn Er voran geht, dass wird es besser, als ich es mir je hätte vorstellen können. Dabei geben mir zwei Bibelstellen immer wieder neue Kraft:


Jes. 55,8-9: Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, und eure Wege nicht wie meine Wege!, spricht Jahwe. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist.


Jer. 29,11: Denn ich weiß ja, was ich mit euch vorhabe, spricht Jahwe. Ich habe Frieden für euch im Sinn und kein Unheil. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben.


Praktisch sieht es zur Zeit so aus:
Ich bin auf der Suche nach einer geregelten Arbeit, um auf eigenen Füßen stehen zu können, und die Wartezeit, die Gott mir schenkt, finanzieren zu können. Gern würde ich mich in der Bibelschule ausbilden lassen, um für mein eigenes Glaubensleben und für meinen Dienst eine solide Wissensgrundlage zu haben. Ob sich da Wege öffnen, wird die Zukunft zeigen. Parallel spreche ich mit unterschiedlichen Missionswerken, immer nach dem Prinzip Try And Error. Dabei versuche ich, mich wirklich leiten zu lassen von Gott. Und er hat mir ein spezielles Geschenk gemacht, das mich wirklich jeden Tag neu mit Freude erfüllt: einen Bruder im Herrn. Er besitzt die Fähigkeit, mir Ratschläge zu geben, ohne mir Dinge vorzuschreiben. Er weiß die richtigen Worte, wenn ich Trost brauche, und ist in der Lage, meine Gedankengänge nachzuvollziehen. Ich hoffe, dass ich ihm irgendwann auch nur halb so nützlich sein kann, wie er mir jetzt ist. Ich bete, dass Gott selbst ihn entlohnt für seinen Dienst. Ich bete um Möglichkeiten, ihm dienen zu können, wie er mir dient.


Ich bitte Euch, mit mir zu beten, dass Gott mich führt, und dass ich genug Vertrauen habe, Ihm zu folgen.


Ich bitte Euch, mit mir für Haiti zu beten, für die Waisen, für die Alten, für die Frauen und Männer, die am Abgrund stehen, für alle Menschen, dass sie den Weg zu einer persönlichen Beziehung zu Gott finden. Ich bete für eine Regierung, die dem Land Stabilität und Ordnung bringt. Ich bete für soziale Strukturen, die Notleidende auffangen. Ich bete um genug Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung und Arbeit für jeden. Ich bete für gerechte Gesetze, und Schutz für alle Menschen. Ich bete um Aufschwung, Hoffnung, Perspektive, Heilung von körperlichen und seelischen Wunden.


Allen, die gespendet haben, um meine Arbeit in Haiti zu unterstützen, möchte ich von Herzen meinen Dank zum Ausdruck bringen, für das entgegengebrachte Vertrauen, und für Eure Opferbereitschaft! Oft waren es Menschen, die mich noch nicht einmal persönlich kennen. Doch ich kann derzeit noch nicht in Haiti meinen Dienst antreten. Wenn ihr weiterhin spenden wollt, um die Arbeit von To All Nations in Haiti zu unterstützen, dann ändert bitte den Verwendungszweck in "3380 Projekt Haiti". Sollte jemand mich persönlich unterstützen wollen, für einen späteren Dienst, so bitte ich ihn, eine neue Bankverbindung zu verwenden:


Matthäus-Stiftung 
Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg
BLZ 269 513 11
Konto 110 220 35
Verwendungszweck: Natalie Born


http://mt-s.org/


Dieses Geld bleibt dort liegen, bis ich es für eine spezielle Aufgabe in der Mission nutzen kann. Ich werde es nicht für meine persönlichen Zwecke ausgeben. Ich vertraue der Matthäus-Stiftung, und stimme mit ihrem Stiftungszweck überein. Alle Spenden werden zweckgebunden verwendet. Alle, die dorthin spenden, werden regelmäßig von mir über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Eins der Vorteile dieser Stiftung ist, dass ich unabhängig nach einem Missionswerk suchen kann, ohne Druck und ohne Verpflichtung, bis Gott mir zeigt, was er für mich vorbereitet hat.


Jeder, der weiter meinen Weg mit Gott verfolgen möchte, ist herzlich eingeladen, weiter auf dieser Seite zu bleiben, oder bei mir per Email einen Newsletter anzufordern. Ich brauche vor allem Eure Unterstützung im Gebet. Es gibt mir unglaublich viel Trost, zu wissen, dass es viele Hände gibt, die mich und mein Herz zu Gott bringen. Vielen Dank Euch! Dazu fällt mir das alte Lied ein: Gut, dass wir einander haben,...


Jeder von Euch ist selbstverständlich auch eingeladen, seine Gebetsanliegen mit mir zu teilen. Ich möchte auch für Euch beten. Schreibt mir, lasst mich wissen, wie ich Euch unterstützen kann.

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