Hallo Haiti-Freunde!
ich bin immer wieder total betroffen, wenn ich mich wirklich mit der Situation in Haiti auseinandersetze. Da ich auf Deutschland-Tour bin, um hier das Projekt vorzustellen und Unterstützer zu finden, muss ich immer wieder auch Vorträge halten, und mich in die Lage der Menschen in Haiti versetzen. Ich kann es nicht wirklich, doch auch dieses Kratzen an der Oberfläche macht mich jedes Mal mental total fertig. Wenn ich mir vorstelle, wie sich die Menschen nach dem Erdbeben gefühlt haben müssen, wie sie sich jetzt fühlen...
So auch gestern wieder, bei meinem Vortrag in der Immanuelgemeinde in Wolfsburg. Die Gemeinde hat mich sehr freundlich aufgenommen, und nach dem Gottesdienst kamen noch viele Interessierte zusammen um noch mehr Informationen zu bekommen. Ich bin so dankbar, dass Gott immer wieder die Herzen der Menschen um uns herum berührt! Es war z. B. auch ein Ehepaar dabei, wo sich beide Partner unabhängig voneinander und ohne vorherige Absprache in diesem Kreis wiedergefunden haben. Ich bete dafür, dass Gott auch weiter hier wirkt, und freue mich auf die Ergebnisse.
Auf der Rückfahrt hatte ich spontan die Idee, beim Erwin vorbeizufahren. Erwin war als Freiwilliger zwei Wochen auf Haiti, ganz allein (als Nicht-Haitianer), den schwierigen Bedingungen im Camp und im Umgang mit den Kindern ausgesetzt. Ich bin Gott so dankbar, dass er sich dort gut bewährt hat. Erwin hat alles meisterhaft bewältigt, im Camp die Leute medizinisch versorgt, im Haus die Kinder, mit Unterricht, Spielen, Kuscheln, ins Bett bringen, Streitigkeiten klären, einfach alles! GOTT sei dafür die Ehre gebracht! Gestern habe ich mir also die Fotos abgeholt, und es war überwältigend, sie anzuschauen.
Auf der Weiterreise habe ich Lisa besucht, eine liebe Freundin, Schwester und Haiti-Mitstreiterin. Sie war bei dem Einsatz im August dabei, und vorher schon im Frühjahr. Ihr Herz brennt ebenfalls für Mission und für Haiti und so konnten wir zwei uns gut austauschen. Gemeinsam haben wir die Fotos von Erwin angeschaut und auch die Fotos meiner letzten Haititage, wo Lisa nicht mehr dabei war. Es tut so gut, sich mit jemandem auszutauschen, der verstehen kann, dass man alles zurücklassen kann, um in katastrophale Lebensumstände zu wechseln, um anderen Menschen zu helfen, und um die Liebe Christi weiterzutragen. Ich bin so dankbar für diese Gelegenheit!
Heute habe ich mir einen Tag freigenommen, um ein wenig aufzutanken, mich auszuschlafen, und meinen Blog upzudaten :-)
Morgen und übermorgen werde ich meine Wohnung ausräumen, alles was ich behalten will kommt in Kartons, und alles was ich loswerden will, wird hoffentlich am 14. November verkauft. Dann bin ich es los, und es ist wieder ein großer Punkt zum Abhaken auf meiner ToDo-Liste.
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