Dienstag, 28. August 2012

Newsletter August



Liebe Freunde,
jetzt ist der Sommer in Lettland überstanden, und ich würde euch gern teilhaben lassen an meinen Erlebnissen und Plänen. Vielen Dank, dass ihr mit mir gegangen seid, und mich unterstützt und für mich gebetet habt!

SO SAHEN UNSERE PLÄNE FÜR DEN SOMMER AUS
Mit den Leitern von Gančauskas haben wir überlegt, wie wir mehr mit den jungen Sommerhelfern geistlich und persönlich arbeiten möchten, und wie es praktisch aussehen kann. Wir wollten gemeinsame Andachten, Unternehmungen, Gespräche. Dadurch sollten sie nicht nur auf dem Gelände und bei den Freizeiten mitarbeiten, sondern auch geistlich gefördert werden.
Während der ersten beiden Wochen habe ich mich in der Mitarbeiterküche engagiert, während auf dem Gelände die Bauarbeiten an den neuen Toiletten und Bädern im Gästehaus sowie die letzten Vorbereitungen für den Sommer erledigt wurden. Gerade zum Beginn der ersten Freizeit war Gott sei Dank auch der letzte Nagel in der Wand.

DER MENSCH DENKT; UND GOTT LENKT
Von vielen Freizeiten hört man, dass die größte Schwierigkeit ist, den Koch zu finden. Uns ging es nicht anders. Glücklicherweise wurden wir die ersten beiden Wochen von einer Köchin unterstützt, die zu diesem Zweck aus Deutschland gekommen war. Wie sich herausstellte, wohnen sie und ich sogar nicht weit von einander J Ich habe ihr in der Küche geholfen, und sie hat mir einiges beigebracht von Kochen für große Mengen. Vielen Dank ihr an dieser Stelle dafür! Als sie nach Hause fuhr, hatten wir immer noch keinen Koch, und deshalb kochte ich. Nicht immer gelang alles wie es sollte.

Es gab, zum Beispiel, 10 kg Reis zu kochen, nicht in Beuteln, die man einfach aus dem Wasser fischt. Also lernte man den Reis in der richtigen Proportion zum Wasser zu kochen, und rechtzeitig vom Herd zu nehmen. Auch Brei gab es bei uns zuhause nicht täglich, ich hatte bis dahin nie Brei gekocht. Hier lernte ich das. Vielen Dank auch an die Leiter von Gančauskas, die mir die vielen missglückten Versuche verziehen, und mir so viel beibrachten. Zu dem Küchenteam gehörten immer mehrere Jugendliche, die hier als Sommerhelfer ihre Ferien verbringen, selbst teilweise schon als Kinder bei Freizeiten dabei gewesen, und Freiwillige aus Deutschland, die unser Team bereicherten.


Kasha (Brei) kochen, ohne dass es anbrennt, das musste ich erst lernen. Hier gehört es zu einem ordentlichen Frühstück dazu, das bedeutete morgen um 6 raus aus den Federn J

Ein Teil des meist internationalen Spülteams bei der Arbeit. Alle Teams wechselten wöchentlich, so hat jeder die beliebten und die nicht so beliebten Arbeiten machen müssen. Allerdings  bedeutete es auch, sich jedes Mal als Team neu zu finden.

Bei den Freizeiten mussten täglich vier Mahlzeiten für 70-180 Menschen zubereitet werden. Wenn es viele Esser waren, dann bedeutete es oft, dass man von 6 Uhr morgens bis Mitternacht in der Küche war, ein knochenharter Job, nicht nur für mich, auch für meine Helfer. Und trotzdem fühlte ich mich als Versager, denn ich konnte die vielen Pläne nicht umsetzen, die wir uns gemacht haben.

Gott sei Dank, konnte mir der Leiter von Gančauskas die Augen öffnen bei einem Gespräch, dass sich in der Küche, zwischen Tür und Angel, bei der Arbeit, viel bessere Gesprächsmöglichkeiten ergaben, als wenn man noch krampfhaft versucht hätte, die Mitarbeiter nach getaner Arbeit zu versammeln.

Nun sind die Freizeiten vorbei, und es ist wieder Ruhe eingekehrt. Alle Helfer sind weggefahren, das verbliebene Team bereitet das Gelände bereits für den Herbst und Winter vor. Ich durfte hier bleiben, um ein wenig mitzuhelfen, und um in Ruhe meine Studienaufgaben zu machen, die seit der Präsenzphase auf mich warten. Ich danke Gott für die vergangenen Wochen, dass ich wieder sehr viel über Ihn und über mich und andere Menschen lernen durfte, und für seine Kraft für die Arbeit. Oft war es sehr schwer, und ich verlor die Geduld und die Nerven, und auch für diese Erfahrung bin ich dankbar. So Gott will, komme ich im Oktober nach Hause, für Reisedienst, für das Wiedersehen mit der Familie, für weitere Praktika und Lernphasen.

Euch danke ich für die treue Unterstützung, finanziell, im Gebet, durch SMS und Emails. Durch die viele Arbeit konnte ich nicht oft von mir hören lassen, doch wart ihr treu! Möge Gott euch alle segnen in allen Lebensbereichen!


Eure
Natalie









Montag, 4. Juni 2012

Newsletter Juni


Liebe Freunde,
bevor ich für den Sommer nach Lettland entschwinde, möchte ich euch einen kurzen Bericht zu den letzten Ereignissen sowie den konkreten Plänen für die nahe Zukunft geben, mit dem Dank für euer treues Gebet und eure Unterstützung!

MISSIONACADEMY PRÄSENZPHASE
Der letzte Tag der diesjährigen Präsenzphase ist vorbei, und alle Studenten sind ausgeflogen. Es war eine tolle und herausfordernde Zeit, die in jedem von uns Spuren hinterlässt. Die diesjährigen Kurse haben in mir viel aufgewühlt, und das ist auch gut so. Gott arbeitet, verändert, meisselt an mir, das ist teilweise schmerzhaft, doch notwendig und führt zum Guten. Ich bin ihm dankbar dafür.

Es war so schön für mich, all die Leute wiederzusehen, in der Kontaktmissions-Zentrale und auch in der hiesigen Gemeinde, wie auch meine lieben Mitstudierenden. Neue und alte Gesichter, die ein Teil meiner ganz eigenen Familie sind, die so schön bunt und international ist J

Studenten und Lehrer auf der Treppe des Gemeindehauses
CRASH COURSE
Im Anschluss an die Präsenzphase fand der jährliche Crash Course für Missionsinteressierte statt. Bei diesem Kurs lernen die
„Neuen„ viel über Gottes Berufung, über die Motivation, über den Aufbau eines Unterstützerkreises, und sie knüpfen Kontakte zu Missionaren und untereinander.

Einen Teil des Programms durften wir Studenten mitgestalten. Außerdem war es unsere Aufgabe, für Fragen und Berichte zur Verfügung zu stehen. Und wieder hat Gott sehr interessante Menschen zusammengeführt, die von seinem wunderbaren Wirken in ihrem Leben Zeugnis geben konnten. Ich bin dankbar für jedes neue Gesicht, für jedes brennende Herz, das Jesus die Ehre geben will, und sich einbringt. Diesen Kurs kann ich jedem nur empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, für lange oder kurze Zeit sich auf dem Missionsfeld einzusetzen.

LETTLAND
Wie schon im letzten Brief erwähnt, verschlägt es mich für diesen Sommer nach Lettland, als Mitarbeiter bei den Kinderfreizeiten in Ganchauskas. Jede Woche bis Mitte-Ende August werden sehr viele Kinder und Jugendliche dort sein. Es ist unsere Chance, ihnen mit Liebe zu begegnen, und von Gott zu erzählen. Viele werden von den umliegenden Gemeinden geschickt, einige waren bereits in Ganchauskas, und einige werden sicher das erste Mal dabei sein. Es ist wieder eine sehr herausfordernde Aufgabe für das gesamte Team. Bitte betet mit, dass die Botschaft von Jesus in ihren Herzen Wurzeln schlägt und aufgeht. Betet auch für uns Mitarbeiter, dass wir ein gutes Miteinander haben, uns gegenseitig unterstützen, und den Kindern echte Liebe entgegenbringen. Betet auch für die Bewahrung der Kinder, dass sie sich nicht verletzen oder krank werden, und sich auch gut untereinander verstehen.

Heute verbringe ich meinen letzten Tag in Deutschland, bevor es morgen nach Riga geht. Kofferpacken, letzte Dinge organisieren, noch dies oder jenes besorgen, allen Auf Wiedersehen sagen, und schon ist der Tag um.

Vielen Dank an alle Menschen hier vor Ort und ganz besonders Gott für diese wunderbaren letzten Wochen!

Euch allen wünsche ich einen schönen Sommer, Erholung, neue Kräfte und den Schülern interessante Ferien!

Möge Gott euch segnen (auf Lettisch: Dievs jūs svētī!, auf Haitianisch (Kreol): Bondye beni ou!)
Natalie 

Montag, 14. Mai 2012

Newsletter Mai 2012


Liebe Freunde, 

nach langer Zeit im Exil melde ich mich zurück mit meinem Bericht, und danke Euch für eure Unterstützung, Gebete und Ermutigung im letzten halben Jahr.

DER LANGE WINTER IN ESTLAND


Wie die meisten von euch wissen, war ich die letzten Monate im kalten Estland in meinem ersten MissionAcademy-Praktikum. Es war eine gesegnete Zeit, in der ich Gott und mich auf eine neue Weise kennen lernte. Zwischen den Herausforderungen einer bekannten, und doch in den letzten 20 Jahren veränderten Kultur, verschiedenen menschlichen und finanziellen und technischen Herausforderungen lernte ich, Gott in den kleinen und großen Dingen des Alltags immer bei mir zu wissen, und ihm zu vertrauen.


Dabei wollen wir nicht nach links oder rechts schauen, sondern allein auf Jesus. Er hat uns den Glauben geschenkt und wird ihn bewahren, bis wir am Ziel sind. Hebr  12,2 (HfA)

Mein Praktikum war in einer kleinen Gemeinde, bestehend hauptsächlich aus jungen Leuten. Valga ist eine estnische Stadt an der Grenze zu Lettland, und dort gibt es viele Gemeinden verschiedener Denominationen. Auch spalten sich die Gemeinden nach der Sprache, die russischsprechende Minderheit trifft sich getrennt von den Esten. Die Wirtschaftslage der Stadt ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erheblich stagniert, Arbeitsplätze sind verlorengegangen, ganze Werke wurden geschlossen. Die Menschen sind entweder in andere große Städte oder ins Ausland abgewandert – oder schlagen sich irgendwie durch. Dies ist auch der Hintergrund der meisten Gemeindemitglieder in der Gemeinde „Hoffnung“, in der ich ein halbes Jahr mein Zuhause hatte. Die Jugendlichen sind durch Sonntagsschule in die Gemeinde gekommen, haben ihr Leben irgendwann Jesus gegeben, und sind jetzt aktive Gemeindemitglieder.
Am Anfang habe ich mit einem aus Amerika stammenden Missionar die Jugendarbeit übernommen, sowie den Jugendlichen aus der Gemeinde und ihren Familienmitgliedern, Nachbarn und Freunden Englisch- und Deutschnachhilfe und –unterricht gegeben. Dies wurde sehr dankbar angenommen. Viele sind anschließend auf unsere Jugendstunden und andere Gemeindeveranstaltungen mitgekommen.


Sprachunterricht in den Gemeinderäumen – eine Herausforderung im Winter, praktisch ohne Heizung
Im Oktober war ein Feiertag, der Tag des Lehrers. Wir haben die Stadthalle angemietet, und für die Lehrer ein selbst geschriebenes und arrangiertes Theaterstück aufgeführt, unter dem Motto „Eine zweite Chance“. Unser Ziel war es den Lehrern zu danken, dass die den Schülern bei schlechten Ergebnissen oft eine zweite Chance geben, ihre Noten zu verbessern – so wie unser Herr im Himmel uns eine zweite Chance auf ein neues Leben gibt. Dies hat die Vorbehalte vieler Lehrer gegen die gläubigen Schüler gemindert, und die Beziehungen zwischen Schülern und Lehrern verbessert. 

Ich war die Lehrerin in dem Theaterstück, die einem säumigen Schüler eine zweite Chance aufs Examen gab

Unser nächstes Projekt war es, im Kinderheim in Valga zwischen Weihnachten und Neujahr mehrere Tage eine Art Kinderfreizeit zu machen, für die Kinder. Viele von ihnen sind körperlich, geistig oder mental unterentwickelt, und es war eine Herausforderung, mit ihnen zu arbeiten, für mich vor allem wegen der Sprache. Sie sprechen alle nur Estnisch. Doch Gott hat diese Zeit wunderbar gesegnet, weil wir hierfür auch Mitschüler und Leute aus anderen Gemeinden begeistern konnten. Daraus entstand die Idee, gemeindeübergreifend im Süden Estlands Kinderheime zu besuchen, um den Kindern Nächstenliebe und die Frohe Botschaft zu bringen.

Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn für Menschen wie sie ist Gottes neue Welt bestimmt. Matth 19,14 (HfA)

Im Spätherbst bin ich eingeladen worden, in die Jugendstunde nach Tartu mitzukommen, eine Universitätsstadt, etwa 90km von Valga entfernt. Aleks, der amerikanische Missionar, hat mit Unterstützung der aus der Gemeinde „Hoffnung“ aus Valga stammenden Studenten, dort eine russischsprachiges Treffen organisiert, zu dem auch „Schon-lange-nicht-mehr-Studenten“ gekommen sind. Früher fanden diese Treffen monatlich statt, und jetzt wurden sie auf einmal in der Woche konzentriert. In diesem Bibelkreis kamen die Meinungen verschiedener Denominationen zusammen, was mir geholfen hat, Dinge neu zu sehen, oder meine Argumente zu festigen. Obwohl der feste Stamm der Teilnehmer sehr klein war, kamen doch immer um die 20 Leute zusammen, um gemeinsam unterschiedliche Themen zu diskutieren, wie Zusammenhang zw. Krankheit und geistlichem Leben, Erwählung, Musik, Berufung, Gaben etc. Diese Themen wurden zwischen die Exegesen verschiedener biblischer Bücher eingeschoben. Viele Nichtchristen kamen ebenfalls zu diesen Treffen, auch regelmäßig. Eins meiner Höhepunkte war der Besuch von Brüdern, die ehemalige Insassen des Tartuer Gefängnisses waren. Sie haben im Gefängnis ihr Leben Gott gegeben, und haben unsere Weihnachtsfeier mit ihren Zeugnissen bereichert.

Weihnachtsfeier unseres Studenten-Bibelkreises in Tartu

Bei einem Besuch der estnischen Baptistengemeinde, in deren Räumen wir uns versammelten, hat mich eine Frau angesprochen, die schon seit 9 Jahren im Tartuer Gefängnis als Freiwillige dient. Sie ist Christin, und hat durch ihr Zeugnis und ihre echte Liebe zu den Gefangenen und ihre Opferbereitschaft schon vielen geholfen, Jesus anzunehmen. Nachdem ich die Zeugnisse der ehemaligen Gefangenen gehört habe, fing ich ernsthaft an, über die Bitte dieser Frau nachzudenken, die Gefängnisgemeinde zu besuchen. Im Januar endlich ergab sich eine Gelegenheit, denn es mussten noch Durchlasspapiere für mich angefertigt werden.



Ich war nackt, ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt mich besucht. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.  Matth 25,36 (HfA)

Es war einfach umwerfend für mich, die Männer dort zu sehen, gezeichnet vom Leben, aber brennend in der Liebe zu ihrem Erlöser. Einige baten mich um Brieffreundschaft, und seitdem schreibe ich einigen Brüdern in Tartu, und Gefängnisse in Russland. Für mich ist es eine Gelegenheit, meine Glaubensgrundlagen zu festigen, und den Brüdern zu dienen mit Ermutigung, Aufmerksamkeit und menschlicher Zuwendung.

Die Briefe haben eine große Menge Zeit in Anspruch genommen, denn die Antworten auf die geistlichen Fragen der Gefangenen mussten gut begründet werden. Das hat auch mir neue Einsichten vermittelt.

 EIN SONNIGER FRÜHLING IN DEUTSCHLAND

Seit Ende März bin ich nun zurück in Deutschland. Nach unserer Missionskonferenz und einer gesegneten Mitarbeitertagung, sowie einer Woche zuhause mit meiner Familie und Gemeinde bin ich wieder in Wüstenrot und nehme am Unterricht der Mission­Academy teil. Dies ist er Beginn meines zweiten Jahres der Ausbildung, und ich bin Gott dankbar, dass er mich bewahrt und getragen und versorgt hat in dieser Zeit. Wir haben herausfordernde und tiefgreifende Themen dieses Jahr. In Spiritualität lerne ich, Gott auf einer neuen Weise, einheitlich zu begegnen und die Beziehung mit ihm zu vertiefen, persönlicher zu gestalten. Im Kurs „Persönlichkeit“ lerne ich viel darüber, wie Gott mich geschaffen hat, was ich in seinem Reich einsetzen kann, und wo ich Gottes Hilfe brauche, um von der Sünde und schlechten Erfahrungen verzerrte Eigenschaften und Verhaltensmuster zu heilen. Im Kurs „Interkulturelle Kommunikation“ haben wir ganz viel darüber gelernt, wie in unserer eigenen und in fremden Kulturen unserer Einsatzländer den Menschen die Gute Nachricht überbringen können – so, dass sie sie verstehen, und ohne das Evangelium zu verändern. Nun erwarten uns noch die Kurse „Berufung“, „Leiterschaft“ und „Ethik“. Ich bin ganz gespannt, was Gott mir offenbaren wird in den kommenden Wochen.

Anfang Juni, nach Abschluss dieser Präsenzphase, gehe ich für 3 Monate nach Lettland, um dort das internationale Team von Ganchauskas bei den Kinderfreizeiten zu unterstützen. Anschließend plane ich mehrere Wochen zuhause ein, um die Arbeiten und Studien für die Kurse dieses Jahres abzuschließen.

Vielen Dank euch noch einmal für euer Mittragen dieses Dienstes, und alle Unterstützung und Ermutigung. Bitte betet für die Gruppe in Tartu, dass dort viele zum Glauben kommen, für unsere Brüder und Schwestern in Gefängnissen, für unsere Einsätze in den Gemeinden hier in Deutschland, und für mich, für Kraft und Weisheit, für Wachstum im Glauben und eine ganz enge Beziehung zu Gott.

In Liebe, Eure
Natalie  



Montag, 2. Januar 2012

Of Legacies and New Year's Resolutions

Fand einen interessanten Artikel zu dem Thema auf www.biblestudytools.com.

Ja, wenn es was zu ändern gibt, warum warten bis zu einem bestimmten Datum, um es dann zu beschließen, und einige Wochen später bereits zu vergessen - so geht es zumindest den meisten Neujahrsvorhaben.

Es liegt keine Magie in der Sekunde des Jahreswechsels, denn derer sind viele, und nach welcher Uhr richten wir uns? Das einzige was sich in meinem Leben geändert hat, bisher, im Vergleich zum Jahr 2011, ist dass ich beim Datum jetzt einige Zeit die 11 gewohnheitsgemäß schreiben, und dann auf 12 korrigieren werde. Nein, im Neujahrsmorgen ist keine Magie, darin ist unendlich viel Müll, von den Feuerwerken dröhnende Ohren, nach Rauch stinkende Kleidung und Luft, und eine mehr oder weniger durchwachte Nacht. Es gibt weitaus wichtigere Daten im Leben eines Menschen, erst recht eines Christen. Haben wir Weihnachten schon vergessen? Wann haben wir zuletzt gefeiert, uns mit Freude und entsprechender Würdigung des Tages oder Augenblickes erinnert, als Jesus in unserem eigenen Herzen geboren wurde? wann haben wir zuletzt uns tatkräftig in seinem Erlösungsplan eingesetzt? ODer freuen wir uns dass wir zum Vip Club der Erretteten gehören, genießen unsere Freiheiten oder erfreuen uns am Druck unserer selbstgesetzten Grenzen und fühlen uns besonders geistlich und würdig - aber vergessen wo wir hergekommen sind?

Der Mann in Bethesda hatte niemanden, der ihn zum Wasser trägt, wenn der Engel es bewegte. Er wußte theoretisch, dass dort Heilung ist, er harrte sogar 38 Jahre am gleichen Ort aus, in der Hoffnung irgendwann rechtzeitig zu kommen. Wenn Jesus nicht zu ihm gekommen wäre, er wäre sicherlich nie geheilt worden. Zu manchen Menschen geht Jesus selbst. Doch zu den meisten schickte Er uns, er sagte "Gehet hin". Nicht schaut hin, oder gedenkt von Zeit zu Zeit, oder ruft sie in eure Kirchen an Ostern und Weihnachten. Er sagte "Gehet hin". Dieser Aufruf steht im Imperativ - also in Befehlsform. Er setzt Bewegung voraus, Arbeit, nicht Warten und Machenlassen. Zum Gehen muss man sich Gedanken machen, wie gehe ich, wohin, warum, mit wem, was mache ich dort, und wie, und wielange, und mit wem. Das kleine Wörtchen "hin" bedeutet, bewegt euch aus eurem gewohnten Umfeld weg, nicht sitzt in euren Gottesdiensten und hofft, dass sich einer "verirrt". Sondern so wie unser Meister zu den Menschen gegangen ist, in ihre unterschiedlichen oft miserablen Situationen - so erwartet er auch von uns, dass wir unsere Cofort Zone verlassen, und endlich das tun, wozu er uns berufen hat. Warum vergessen wir bloss, dass in den meisten Fällen nicht Jesus selbst in unser Leben kam, sondern Menschen uns zu ihm gebracht haben? Irgendwelche Menschen, die etwas riskiert haben, um unseretwillen. Menschen, die sich aufgeopfert haben, um uns die Frohe Botschaft zu erzählen. Wenn wir die Liebe Gottes geschenkt bekommen, erleben, und dann in uns einschließen, und nicht hergeben wollen, ist es keine Liebe Gottes, die in uns wirkt, es ist Egoismus. Kennt ihr noch Gollum aus der Saga "Der Herr der Ringe"? Auch er hatte einen unglaublichen Schatz - aber er wollte ihn mit niemandem teilen, und die meisten von uns haben gesehen, was in dieser Geschichte aus ihm geworden ist. Ich sehe mich oft als dieser Gollum, der nicht bereit ist, etwas zu teilen, sich zu bewegen. Ich fürchte, sogar mein Gesichtsausdruck wird wie seiner. Gebe Gott dass nicht...



Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 1. Johannes 4:9

Achja, die Jahreslosung...

Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

So sagt man doch, zumindest wenn man alles schnell erledigen will, und der Wunsch universell klingen soll. Ich habe dieses Jahr die persönlich geschriebenen Karten und Briefe besonders schätzen gelernt. Zuhause, wenn alle um dich sind, ist es einfach, schnell und günstig zu gratulieren. Aber so in der Fremde freut man sich noch viel mehr über jede Nachricht von seinen Lieben.

Mein Weihnachtsfest verging ganz besinnlich, mit Kerzen, leisen Gesprächen, leckerem einfachen Essen, einer Tonne von Süßigkeiten von allen Seiten, und mit Schnee. Am 24. habe ich einige Gemeinden hier besucht, auch an unserem eigenen Kindergottesdienst teilgenommen. Wir haben ein wunderschönes Fest gefeiert, und die Kinder haben sich gefreut. Habe einige befreundete Familien besucht, die Gott mir hier in Estland geschenkt hat. Auch wenn wir nicht in allem einer Meinung sind, so lernen wir uns gegenseitig stehen zu lassen, und einfach die Freude zu teilen, die uns in Jesus vereint. Die Kinder sind einfach goldig, und die Menschen so einfach und herzlich. Das tut richtig gut! Andere Freunde sind Geschwister im Herrn, mit denen man so richtig von Herzen und mit Respekt voreinander und vor dem Worte Gottes Fragen und Ansichten diskutieren kann, ohne sich wehzutun, und mit Gewinn für beide Seiten.

Einige Einsichten bezüglich meiner Zukunft wurden auch aufs Tapet gebracht. Zum Einen ist mir eine Antwort auf ein Gebet mit Bedingung eingefallen, das ich mal gebetet habe. Zum anderen gibt es Faktoren, die hier speziell im Baltikum zutage kommen, über die ich nachdenke. Ich bin schon so gespannt, wohin Gott mich (als nächstes) führen wird. Auf jeden Fall wird es das alles wert sein.

So möchte ich Euch weiterhin um Gebetsunterstützung bitten, denn Fürbitte ist ein soo wichtiger Dienst, und eine starke Kraft.

Für das Neue Jahr wünsche ich Euch allen, dass Ihr Gott täglich neu erfahrt, dass Ihr in seiner Gegenwart erblüht, heilt und euch verwandelt in das Bild, nach welchem Er uns geschaffen hat. Lasst Euch vom Heiligen Geist führen und vertraut auf den Herrn!

Ganz liebe Grüße aus Estland!

Hier noch einige Impressionen aus dem kalten Norden:























Dienstag, 15. November 2011

Schon wieder Erdbeben in Haiti

Gestern las ich auf der Seite von latina-press.com, dass sich in Haiti schon wieder ein Erdbeben ereignet hat. Heute steht dort, dass in der Region verstärkt Erdbeben auftreten. Bereits seit der großen Katastrophe vom 12.12.2010 gab es von diversen Stellen Unkenrufe, dass es noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, dass Größeres bevorsteht. Lest selbst die neuesten Meldungen:

http://latina-press.com/news/112694-ungewoehnliche-seismische-aktivitaet-in-der-karibik/

Beten wir dafür, dass Gott den Menschen dort begegnet, und sie ihn als ihren Herrn annehmen. Und dass er sie in seiner Hand hält, und sie bewahrt.